Ein Ehejahr wohlgemerkt…. 23 gemeinsame – nicht immer schöne und auch sorgenvolle – aber prägende und ereignisreiche und vor allen Dingen sehr liebevolle Jahre, die wir miteinander verbracht haben. Zur Feier des Tages habe ich den bereits erwähnten Rosenstrauß bekommen sowie eine Essenseinladung in das Restaurant – in welchem mein Mann mir vor mehr als 23 Jahren den Heiratsantrag gemacht hat. Bedingt durch seine späte beruflich bedingte Heimkehr sind wir auch relativ spät los gefahren
und hatten entsprechend Hunger! Mutter Wittig ist ein wunderbares Speiserestaurant mitten in der City von Bochum – mit geschichtlichem Hintergrund – immer liebevoll restauriert und renoviert – mit schickem unaufdringlichem Ambiente, gutbürgerlicher bis gehobener Küche – eigentlich alles was das Herz begehrt.
Der Walderdbeeren-Sektcocktail zum Entree hat meine Wangen glühen
und meine Zunge lockern lassen und das Geplänkel meines Mannes mit einem anderen Weib welches uns gegenüber saß, ihm permanent zulächelte – dann auch noch anfing zu winken und schließlich sogar auf seinen Schoß krabbelte – ließ mich dadurch völlig kalt – zumal die Dame erst 11 Monate alt war! Das ist schon der Wahnsinn – ein Grinsen meines Mannes – und die Weiber sind hin und weg – egal wie alt – Womanizer sagt man dazu glaube ich ;-) Aber ich weiß auch – zumindest glaube ich das – dass ich mir da keine Sorgen machen muss.
Die Kartoffel-Meerrettich-Suppe mit Krabben war schon mal sehr sehr schmackhaft – und das Roastbeef mit gemischtem Salat und Bratkartoffeln konnte sowieso nur von meiner Mama getoppt werden – deren Roastbeef ist das Geilste – welches ich je gegessen habe: Immer auf dem Punkt – rosa gebraten – zart und dann noch ihre selbstgemachte Remoulade … Wir lachen uns immer schlapp – wenn Mutter zum Brunch einlädt: Der Tisch biegt sich vor Köstlichkeiten – und gegessen wird doch fast immer nur das Roastbeef – bis auf GöGa der mag kein Roastbeef – auf jeden Fall nicht so gerne – auch egal – bleibt mehr für uns.
Als guter Christ hatte sich GöGa für Fisch entschieden – Heringsstipp um genau zu sein – ebenfalls mit Bratkartoffeln – der Gute steht ja bekanntlicher Weise auf Hausmannskost und da ist man in diesem Restaurant genau richtig - hier gibts beides - Hausmann und gehoben... und während wir so der Dinge harrten, die da kommen sollten – kam sie dann... die lange befürchtete Frage nach der Thermomix-Veranstaltung von Donnerstag: „Na wie war das denn Gestern, erzähl doch mal!“ ….Eh – ja – ich suchte nach den im Auto zurecht gelegten Argumenten und es schoss aus mir raus: „Es war einfach genial – soooo lecker, so einfach und…. „und du hast das Teil gekauft!“ beendete mein Mann meine Worte, der mich wahrscheinlich besser kennt als ich selbst! Mittlerweile hat er sich in die Materie eingelesen – kann es immer noch nicht fassen, was das Teil alles können soll und ist nun in (froher) Erwartung – was er in Zukunft alles essen muss. Aber mit Streuselkuchen und Reibekuchen bin ich schon mal ganz weit vorne … und Frikadellen kann ich auch weiterhin so wie gewünscht!
Zuhause angekommen – verbrachten wir den Abend wie eigentlich immer – mit der Ausnahme noch ein Glas Wein getrunken zu haben (meine Mutter hatte uns noch einen Blumenstrauß auf den Tisch gestellt nebst einem guten Tröpfchen) und dann seelig und süß schlummernd den Rest des Abends vor der Glotze verbracht zu haben – so – wie sich das für ein Ehepaar im fortgeschrittenen Alter gehört!
(Wisst Ihr - was das ist? Knicklichter - stark nicht wahr? ich hatte eigentlich 100 stück für den CAR gekauft - sie aber total vergessen - schade - hätten wir doch eigentlich den Ingo vom Wintergarten aus beim Feuerwerk begrüßen können :-(
Der Samstag war mal wieder der Einkaufsroutine gewidmet, ein Besuch von Verenas wunderbarem Blumenladen in Dortmund stand an – sie bekam von mir Klebeband und ich habe im Gegenzug den Muttertagsstrauß für meine Mutter dort erworben nebst zweier toller Pflanzen für die Loggia – wurde noch mit einem Blumenstrauß bedacht (dankeschön – der ist immer noch frisch wie gerade gekauft – während der Strauß meiner Mutter – und die gibt immer ein Heidengeld für Blumen aus – schon in den ewigen Jagdgründen der Mülltonne ruht!) In Dortmund war allmählich schon Ausnahmezustand wegen des DFB-Pokalfinales und ich machte, dass ich nach Hause kam - nicht ohne den Muttertagsstrauß schon mal bei meiner Mutter abgegeben zu haben - so konnte sie sich bereits am SA darüber freuen - und ich musste den nicht erst in den Keller packen und ggfs. am Sonntag vergessen. Man weiß ja nie - und ältere Leute (also ich) sind ja dermaßen zerstreut...
Dort war selbstverständlich der am Freitag von unserem Kabelanbieter versprochene Techniker (noch) nicht aufgekreuzt (sollte er auch das restliche Wochenende nicht) und so mussten wir uns weiter mit einem Sportsender und den „normalen“ Fernsehsendern begnügen. Ach was waren das noch Zeiten wo wir mit 3 Programmen rundum glücklich waren!!! Und das ganze auch noch in Schwarz-Weiß!!!
Am Abend war Herzschlagfinale – ich überlegte sogar zeitweise – lieber freiwillig Ordnung in meiner Scrapecke zu machen – als weiterhin Fußball zu gucken – und habe die neutrale Ecke Bochums verlassen – die in Fußballerkreisen ja als Puffer oder Friedenszone zwischen Gelsenkirchen (Schalke) und Dortmund (BVB) gehandelt wird - aber als bekennender langjähriger BVB Fan – ich hab schon als 14 jährige für Tilkowski (das war der Torwart – liebe Kinder) und Sigi Held und Lollo Emmerich geschwärmt!!! WM 1966 – der ein oder andere erinnert sich??? Also hab ich in meinem Sessel ausgeharrt und lieber das Sofakissen vor's Gesicht gedrückt und vor Aufregung gequietscht - was meinen Mann das ein oder andere Mal veranlasst hat - nachzuschauen ob der Vogel noch lebte!
GöGa verließ zwischendurch die Ersatzbank und pflanzte – ordnungsgemäß gewandet mit Fanshirt in die BVB-Fahne in den Blumenkasten – was dem Mann meiner Freundin gegenüber wohl wie der Pflock eines Vampirs vorgekommen sein musste – der arme Kerl ist HSV-Fan – und die dümpeln ja bekanntlicher Weise so im unteren Tabellenfeld umher – ach ne – was war das für ein schöner, spannender und genialer Fußballabend – und ich hab sogar alle Tore mitbekommen. Bei der letzten WM musste ich immer das Zimmer verlassen – weil dann immer die Tore fielen. War am Samstag nicht nötig – klappte auch so!
Wir lesen uns - Eure Conny